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Friesenstraße - Asphaltierung                                 Stand 31.10.2018

Die Baustelle zur Asphaltierung der Friesenstraße wurde am 16.05.2018 eingerichtet. Seither haben wir eine einspurige Verkehrsführung bergauf Richtung Süden. Nach Fertigstellung der einen Fahrbahn-Hälfte soll die Einbahnstraße - weiterhin bergauf - auf die dann sanierte Hälfte umgelegt werden. Nach Einschätzung der Baufirma kann mit dem zweiten Bauabschnitt im Frühjahr 2018 begonnen werden. Weil dann mit weniger Aufwand gerechnet wird (im ersten Bauabschnitt wurden z.B. alte Versorgungsleitungen ausgetauscht), soll die Sanierung der Friesenstraße im Sommer 2018 beendet sein.

Interessanter Nebeneffekt: Trotz monatelanger halbseitiger Sperrung der Friesenstraße hat es seither im und um den Bergmannkiez erkennbar nicht mehr Verkehrsprobleme gegeben. Obwohl es auch auf der B96 (Mehringdamm) seit Monaten eine Baustelle gibt, hat sich die (schon vorher problematische) Verkehrssituation dort kaum verändert, der oft befürchtete Verkehrskollaps ist nicht eingetreten. Auch der 248er Bus funktioniert mit der vorübergehend verlegten Strecke Richtung Mitte. Warum also die Route durch den Bergmannkiez nicht komplett für den Durchgangsverkehr sperren (Bus und Einsatzfahrzeuge sollen weiter durchfahren können, s.u.) ?

Was bringt die Asphaltierung der Friesenstraße?

Die Entscheidung, die Friesenstraße zu asphaltieren, ist Folge des geänderten Lärmaktionsplanes LAP 2013-18 . In den Lärmaktionsplänen des Landes Berlin vor 2013 war die Route Zossener- / Friesenstraße überhaupt nicht thematisiert. Nicht zuletzt durch den Einsatz unserer Initiative 2012/13 in der Bürgerbeteiligung zum LAP 2013-18 wurde diese Route als "besonders belastet" in den LAP aufgenommen. Folge: Der Senat entschied die Asphaltierung, da es nun EU-Mittel zur Finanzierung gab, und der Senat darin eine Alternative zur Sperrung - seit 2013 auch aktuelle Beschlusslage des Bezirks - sieht.

Die Senatsverkehrsverwaltung hofft, dass sich durch Asphaltierung und die vorgesehene schmalere Fahrbahn (Gehwegvorstreckungen an den Einmündungen der Seitenstraßem vom 7,50 auf 6,50 m) der Verkehrslärm reduziert. Viele Anwohner*innen sehen das anders und haben dies z.B. auf einer Veranstaltung am 02.07.2015 zum Ausdruck gebracht. Auch unsere Initiative geht davon aus, dass über eine zusätzliche asphaltierte Strecke mehr motorisierter Durchgangsverkehr - Autos, Busse, LKW - durch den Bergmannkiez fährt. Die Folge wäre mehr Verkehrsdruck - mit mehr Problemen, u.a. für den Fuß- und Radverkehr. Ob dann von einem reduzierten Verkehrslärm durch Asphaltierung etwas übrig bleibt, ist fraglich.

 Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens von Senat und Bezirk zur Asphaltierung Friesenstraße, und auch auf den von unserer Initiative durchgeführten Verkehrsgesprächen, forderten Bürger*innen, dass wenigstens zwei Mittelinseln mit Zebrastreifen auf Höhe der Arndt- und und der Jüterboger/ Fidicinstraße als Querungs-Hilfen für Fußgänger/innen eingebaut werden, sowie zusätzliche Entschleunigungsmaßnahmen für Fahrzeuge, die vom Columbiadamm in die Friesenstraße einbiegen. Dazu gab es eine Auswertung sowie Stellungnahmen des zuständigen Ingenieursbüros. Nach Gesprächen mit der BVG ist diese Lösung im oberen Bereich, also zwischen Fidicin- und Schwiebusser Straße, nicht möglich, weil verlängerte "Schwenkkurven" für die Busse dort mit den Bushaltestellen nicht vereinbar gewesen wären. Zugestanden wurde eine Mittelinsel-Querungshilfe Höhe Arndtstraße - jedoch ohne Zebrastreifen: Angeblich, weil dort die Markthallen-Ampel zu nah am Zebrastreifen wäre - schließlich muss der motorisierte Verkehr ja fließen und soll nicht stehen. Da sich alle Beteiligten einig sind, dass die Linie 248 durch unseren Kiez nicht in Frage gestellt werden darf, bleibt es daher im oberen Straßenbereich bei dem vor einigen Jahren eingerichteten Fußgängerüberweg auf Höhe der Jüterboger-/ Fidicinstraße ohne Querungs-Mittelinsel. Wie die aktuelle Planung in etwa aussieht, zeigen diese Planungsentwürfe.

Warum sperrt sich die Grüne Senatorin Günther weiter gegen die Sperrung für den Durchgangsverkehr durch den Bergmannkiez ? 

Seit Gründung unserer Initiative 2012 fordern wir die Sperrung für den Durchgangsverkehr durch die Route Zossener-/ Friesenstraße. Genau so lange wird diese Forderung von allen Verkehrs-Senator*innen kategorisch abgeleht, egal ob sie Müller oder Geisel hießen oder, wie aktuell, Frau Günther von den Grünen (siehe dazu unseren Briefwechsel mit den Senator*innen).

Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass bei dem nach wie vor ansteigenden motorisierten Verkehr in der Stadt eine wirkliche Reduzierung des Verkehrslärms in unserem Kiez nur durch ein Sperrung der Zossener Straße auf Höhe der Markthalle für den motorisierten Durchgangsverkehr erreicht werden kann.

 

Weitere Informationen zum Thema:

- Sicherheitsaudit Friesenstraße

- Bekanntmachung Audit Dialog-Display Friesenstraße

- Auswertung Audit Dialog-Display Friesenstraße

- Artikel aus der Berliner Woche vom Juli 2015


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